Aurum H2O

"feuercaro und ihr feuchtheisses (er)leben Nr.124

Update dieser Seite: 31.05.2009

feuercaro

Frägglisch


Eine freundlich lächelnde Frau mittleren Alters begrüßte mich am Eingang des Gasthauses. "Härzlisches Wellkamm im Eyschenklapp!" Irritiert lächelte ich zurück. Originelle Namen sind ja nichts Ungewöhnliches, diesen hier konnte ich aber nicht unterbringen. Eine Sehenswürdigkeit in der Umgebung? Der Name der Besitzer?
Wenig später saß ich auf einem todschicken, todunbequemen Holzstuhl italienischer Bauart. In wirklich kurzer Zeit kam der Kellner herbeigeeilt. "Einen schönen guten Tag wünsche ich Ihnen! Ich bin heute Abend Ihr Mähtre. Unsere Männjukart wird gerade überarbeitet, ich kann Ihnen aber die Gerichte schon nennen, wenn es recht ist?" Ich nickte und er legte los:" Als Oupenner empfehlen wir die Hott Schauder Suhp oder unsere exzellenten Mixt Stahtas. Sie können auch wählen unter Tomätuh Suhp mit Brettroll oder Törtel Suhp mit Schießschtick." Es schauderte mich bereits ausreichend. Ich wählte das, was irgendwie nach Tomate klang und hoffte, dass es eine Suppe war. Der Kellner fuhr mit den Hauptgerichten fort: "Als Mähn Kohrs haben wir zur Auswahl unsere beliebte Freit Dack mit wahlweise Fränsch Freis oder Wäddschis. Dann hätten wir noch Potäitoh mit Saurkriem und Siessahs Sällätt.
Für Freunde des Östlichen hätten wir unsere Eyschenpläht mit verschiedenen Dipps. Falls sie gern Fisch hätten, könnten wir mit Rettsnäpper, Kettfisch oder Sellmen dienen. Dazu Wäddschütäbbels der Sähsong und beult Potäitohs."
Mir beulte sich auch gerade Allerlei. Aufs Geratewohl entschied ich mich für die Eyschenpläht. Vielleicht würde ich dem Namen der Örtlichkeit so näher kommen. Mein Kellner erfreute mich dann noch mit der Aufzählung einiger Dinge, die wahrscheinlich die Nachtischauswahl darstellen sollten. "Um Ihr Mahl zu beschließen, bieten wir Ihnen Plammpadding wiss Wannillasohs, Swiet Fruhts Sällätt oder Pietschiss flammbäh mit Mus von weit Schocklätt." Schiss und Bäh sind nix für mich, Salat zum Nachtisch erschien mir zu gesund - ich entschied mich folglich für das Erste.

Einer gut gekochten Tomatensuppe (ein Hoch meiner Intuition!) folgte ein großer Teller mit asiatischen Köstlichkeiten. Den Abschluss bildete dann ein warmer Pflaumenkuchen mit leckerer Vanillesoße. Schade, dass man dies nicht auch so angekündigt hatte. Nun, man kann nicht alles haben.

Nach Hinterlassen einer erheblichen Summe Geldes verließ ich gesättigt und zufrieden das Gasthaus. Der Blick auf das Türschild klärte mich auf: Ich war im "Asian Club" speisen gewesen.

:-)




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