Aurum H2O

"feuercaro und ihr feuchtheisses (er)leben Nr.86

Update dieser Seite: 14.04.2007

feuercaro

Strandspaziergang


Prolog

Diese Geschichte ist das Erstlingswerk von Otto Lustig.
Ich finde sie absolut gelungen. Kommentare bitte ins Forum!



Strandspaziergang

Es war bereits später Nachmittag und ich hatte Hunger. Da der Mittagstisch in den meisten Gaststätten vorüber war und diese sich bereits auf Ihre Kaffeegäste vorbereiteten, versuchte ich es in einem Hotel direkt am Strand. Durch etwas Glück bekam ich den einzig freien Tisch und auch noch mit Blick auf das Meer zugewiesen.

Ich schaute aus dem großen Fenster und träumte mit zufriedenem Gesicht vor mich hin. Ein kurzes Räuspern des Oberkellners riss mich aus meiner Lethargie und ich erblickte eine Frau Anfang 30, sehr gepflegt, mit einer außergewöhnlichen Aura. Ihre Kleidung verriet, dass sie dem Orchester angehörte, welches mit klassischer Musik im Park oder auch hier im Hotel die Gäste unterhalten sollte. Da ich nichts gegen etwas Gesellschaft einzuwenden hatte, nahm sie mir gegenüber Platz und bedankte sich für mein Entgegenkommen. Nicht nur Ihre Art zu sprechen, sondern auch ihre Mimik und Gestik verrieten eine besondere Erziehung.

Nach wenigen Minuten bereits führten wir eine angeregte Unterhaltung über die Musik großer Meister der Vergangenheit und ihre Bedeutung in unserer heutigen Gesellschaft.
Sie spielte im Orchester die erste Geige und lebte ausschließlich für Ihren Beruf.

Leider hatten wir die Zeit vergessen und wurden höflich auf die Öffnungszeiten des Restaurants hingewiesen. Wir beglichen die Rechnung und verabschiedeten uns. "Schade" sagte ich zu ihr und bedankte mich für die nette Unterhaltung.
Sie sah mich an, vorsichtig nach unten schauend und meinte: "Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, hätten sie noch Lust auf einen Spaziergang. Wir könnten unsere Unterhaltung fortsetzen..."

Bereitwillig stimmte ich zu, und wir verließen gemeinsam das Hotel. Noch auf dem Weg zum Strand blieb sie kurz stehen und kniff ihre Beine zusammen. Auf meinen Blick reagierend, bemerkte sie beiläufig ?Ich hätte wohl doch noch einmal die Toilette aufsuchen sollen?.
Mit einem Gesicht als könne ich ?kein Wässerchen trüben?, versuchte ich meine Erregung, das plötzliche Herzklopfen und die Schmetterlinge im Bauch zu kaschieren. Ich hatte nur noch einen Gedanken. Was auf unserem gemeinsamen Weg, am Wasser entlang, wohl alles passieren könnte.

Die Häuser lagen bereits weit hinter uns, als sie sich langsam im Kreis drehte, um nach weiteren Spaziergängern zu suchen. Niemand war zu sehen. Jetzt ist es endlich so weit, dachte ich. Sie kann es nicht mehr länger halten. "Ich muss mal - ganz nötig. Bitte drehen sie sich solange um!" bat sie. Ich lächelte sie an und fragte etwas scheinheilig: "Warum?" "Denken Sie nach!" sprach sie. "Ich möchte nicht, dass sie mich dort nackt sehen." Leise fragte ich: "Würde es Ihnen reichen, wenn ich nur ein Auge schließe?" Ihr Blick genügte. Sie wollte sich auf keine Diskussion mit mir einlassen. Da sie auch schon eine Weile zappelte, entschied sie kurz entschlossen "Gut, wenn Sie nicht wollen, dann lass ich mein Höschen eben an?. Sie schob ihren Rock hoch, ging in die Hocke und lies es laufen.

Ihr Gesichtsausdruck und Ihre Augen verrieten mir, dass sie rundum glücklich war. Nicht nur wegen ihres Durchsetzungsvermögens mir gegenüber, nein - sie genoss auch die feuchte Wärme der Erleichterung. Mit einem zufriedenem Lächeln schaute sie erst hoch zu mir und dann auf Ihr Höschen. Dabei verfolgte sie aufmerksam die Spur Ihres Rinnsals. Nachdem Ihr Rock wieder glatt gestrichen war, verkündete sie sehr selbstbewusst: "Sehen Sie, es geht auch anders!"
Wir gingen weiter am Strand entlang und sprachen über ihre Musik, als hätte keine Unterbrechung stattgefunden.




Zurück zum Verzeichnis weiterer Erzählungen ]
Copyright: Autor & Inhalt by feuercaro / Layout & Design by Rally