Aurum H2O

Beitrag aus Forum 1 - Archiv 2000

Update dieser Seite: 02.05.2003

 

Falsche Planung - fast ein Unfall!

 

Posted by Klaus on October 07, 19100 at 20:02:28:

Hallo Ihr Lieben,
wenn man es übertreibt, braucht man sich nicht zu wundern: aber Ihr kennt ja meine Vorlieben inzwischen.
Wegen der positiven Resonanz habe ich wiederetwas aus der Klamottenkiste meines Einmanntheaters herausgezogen und etwas ausgeschmückt. Im Wesentlichen ist es aber keine Fiktion (bei Lohengrins Ehre usw...)
Vielleicht ist es eine Beichte, eine Aufarbeitung meiner feuchten Vergangenheit. Warum nicht? Hier kann ich es tun und ich möchte auch andere dazu ermutigen.

Falsche Planung - fast ein Unfall!

Volksfeste scheinen auch so eine Bühne oder zumindest ein Platz der Vorbereitung für mich zu sein, um mir dort oder danach in die Hose zu machen. Vielleicht liegt es am Reiz eines anonymen Bades in der Menge, an den vielen Mädels, die mir dort mit ihren engen Hosen oder kurzen Röcken begegnen, und die ja allesamt könnten, sollten und es dennoch nicht tun (jedenfalls nicht dort, wo ich gerade bin).
Es ist so wie in einem Supermarkt an der Kasse. Man steht immer in der falschen Schlange! Und so befinde ich mich sicher gerade immer und ständig in der verkehrten Budenstraße des Festplatzes. Aber davon will ich eigentlich gar nicht erzählen.
Meine Erinnerungen an das Bierzeltabenteuer in Schwangau lässt mich an eine andere Begebenheit denken, die vor zwei Jahren geschah.
Wir gingen mit Kollegen und Kolleginnen auf das Stuttgarter Volksfest und natürlich in eines der Bierzelte. Um es vorwegzunehmen - und um gar einige Leser am Ende nicht zu enttäuschen: bei den Kolleginnen ist (leider) nichts passiert. Dabei hätte es durchaus passen können. Die Kollegin neben mir in ihrer Jeans zum Beispiel. Sie schaffte die obligatorische Maas Bier, rannte dann aber zu meinem Verdruss immer wieder auf die Toilette! So kann das ja nichts werden.
Ich habe es allerdings nicht anders gemacht, denn in meiner hellen Hose konnte ich mich nicht der Peinlichkeit eines Malheurs aussetzen. Nein, ich hatte es nicht vor! Und doch - gegen später kamen diese Gedanken und Vorstellungen. Wenn nicht sie, dann vielleicht ich. Planungsarbeit war angesagt. Wo und wann. Wegen der falschen Kleidung gab es nur eine Lösung: zu Hause! Wann gehen wir? In einer Stunde etwa? Okay! Das Bier schien durchzulaufen wie nix. Also noch einmal zur Toilette. Welch eine Verschwendung!
Dann endlich der Aufbruch. Es drückte schon wieder ziemlich. Aber jetzt noch einmal zum Klo? Nee! Etwa 30 Minuten noch bis zu mir, das würde gerade reichen. Ich bin schon gut, habe Erfahrung, kenne meine Blase genau, kann es ausreizen. Schön dieses permanente leichte Ziehen - beim Gehen! Wir liefen zur S-Bahn in Cannstatt. Das ist nicht weit. Die Kollegin neben mir war immer noch trocken. Na schön, dann eben nicht. Aber ich werde mir das Vergnügen bereiten und mir einmal mehr in die Hose machen. Vielleicht vor der Haustür, oder im Treppenhaus, oder vor der Wohnungstür? Der Gedanke daran ist schon geil.
Am Bahnhof die erste Ernüchterung! Schieben, Drängeln, qualvolle Enge. Es gibt dort je einen Bahnsteig, auf dem die S-Bahn aus der Landeshauptstadt herausfährt. Im Quergang nur eine graue Masse. Genauso im Aufgang zu den Gleisen. Scheinbar wollen alle zur gleichen Zeit nach Hause. Himmel noch mal, da stand ich nun und kam direkt ins grübeln. Stop and go, wobei Stop nicht gut war. Schnell mal ganz unauffällig die Hand in den Schritt gedrückt. Was sollte ich machen? Die Toiletten war ganz hinten. Machte keinen Sinn. Der Bahnsteig war näher. Und jetzt alles Abblasen? Langsam wurden wir hinaufgespült. Die Witze eines Kollegen hinter mir hörte ich nur noch von ungefähr. Mein Lachen gefror. ‚ICH MUSS DOCH SO DRINGEND!!!' Nur nichts anmerken lassen.
Glücklicherweise kam meine S-Bahn sofort, und ebenso froh, war ich, dass von den anderen niemand mit einstieg. Damals fuhr ich noch erster Klasse. Habe ich mir gegönnt, weil es immer so voll in den Wagen ist. Inzwischen bin ich aus beruflichen Gründen wieder aufs Auto umgestiegen, wodurch die Gefahr, etwas zu verpassen natürlich gewachsen ist.
Hier aber war die Gefahr eine ganz andere. Im Abteil war es nicht voll. Ich hatte sogar eine Viererecke für mich. Abgeschirmt durch die Blickfänge war ich praktisch allein. Das war auch gut so. Gute 1. Klasse!
S-Bahnen sind ein hervorragender Rahmen für Unfälle dieser Art. Ein Mädchen, dessen Jeans sich bei zusammengepressten Beinen im Schritt dunkel färbt - welch ein Anblick wäre das. Und auch überhaupt nicht peinlich. Aber nun ich? - Nein, das geht nicht. Es darf nicht passieren. Nicht in dieser hellen Hose! Die 15 Minuten bis zu meinem Wohnort waren im nachhinein geil, im dem Augenblick aber ein Horror. Die meiste Zeit saß ich mit gespreizten Beinen auf der Kante, massierte mit beiden Händen wild meinen Schoß oder zappelte sonst irgendwie hin und her. Normalerweise würde jetzt etwas ganz anderes passieren, aber steinhart fühlte sich unten nur mein Bauch an. Ich hätte für nichts garantieren und mir bei dieser Fahrt wirklich jederzeit in die Hose machen können. Drei mal hielt die Bahn unterwegs und dreimal glaubte ich, dass es jetzt passieren würde. Man hätte es Filmen sollen - es wäre ein wahrer Thriller geworden.
Ein, zwei Tröpfchen habe ich als Tribut doch noch zollen müssen - zwischen dem letzten Halt und dem Bahnhof an meinem Wohnort. Nicht weiter schlimm. Als der Zug endlich einfuhr, stand ich schon in der Tür - zwar nicht mehr allein, aber wie ein Lineal! Pokerface! Das Wasser schien mir schon in den Augen zu stehen. Gewiss stand es schon halb in der Röhre!
Der Bahnsteig, auf dem der Zug hielt, führte direkt auf die Straße. Jetzt noch 5 Minuten bis zur Wohnung. Schnell in die Dunkelheit der Straße, weg von den Laternen. Den direkten Weg zu meiner Straße? Nein, in die Richtung gingen die meisten Leute auch. Das ging jetzt nicht mehr, denn ich merkte, dass etwas passierte: Ich begann mir langsam in die Hose zu machen. Der Weg an der Bahnböschung entlang war der einzige Ausweg. Es lief mir soviel in die Hose, dass der Stoff bis zu den Knien komplett nass war. Zugegeben, ich hätte den großen Unfall sicher noch verhindern und mich mit einem 5-Mark-Fleck begnügen können. Aber warum? Die Hose hätte ich eh nicht mehr anziehen können und irgendwie würde ich die paar Meter bis zur Haustür auch noch schaffen. So verschwand ich in der nächsten Unterführung der Böschung, wo auch ein paar Sträucher etwas Schutz gaben, zog die Schuhe aus und beobachtete ganz ruhig, was mit mir geschah. Oh, dieses herrliche Gefühl! Es brachte mich schnell zu der Erkenntnis, dass ich es wieder einmal richtig gemacht hatte.

Klaus




ZURÜCK zur Index-Seite AurumH2O - Archiv 2000 ]
Ein wenig Geduld - der Aufbau der umfangreichen Index-Seite braucht evtl. etwas Zeit...